Auf dem Weg nach Norador...

Tretet ein und labt euch an Met, Bier und den Speisen.
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Thorben
Keiler
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Registriert: Di Jul 01, 2003 6:51 pm
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Auf dem Weg nach Norador...

Beitrag von Thorben »

[Kennt ihr schon die Geschichte, wie Albert und Lunte sich das erste Mal begegnet sind? Nein? Ich auch nicht, denn bisher gab es keine Gelegenheit sich physisch zu begegnen. Aber kurz vor der Reise nach Norador, da ist es dann passiert.]

In einem Hafen Mitrasperas, im Schatten der noradorischen Galeere "Stern Varlas", am Fuße der Gangway, steht der Spieß und ist gerade dabei sich einen Seesack über die Schulter zu wuchten, da spricht ihn jemand von der Seite an. "Jo, Keiler! Lang nich' mehr gesehen." Eric muss tatsächlich kurz überlegen, wen er da vor sich hat. "Hey Lunte! Das ist ja mal eine nette Überraschung. Was hat Dich hier her verschlagen?" Während Lunte von Quirin, Männerreisen und einem Dorf Namens Ranzbach erzählt, kam Albert die Gangway herunter. "Na komm, Spieß. Ich nehm' Dir den Sack ab."
Weiter kommt er aber nicht. "Da brat mir doch einer 'nen Schattenhund", knurrt Lunte. "Seit wann gebt ihr Keiler euch eigentlich mit Deserteuren ab." Etwas empört will Eric antworten, doch Albert schubst ihn beiseite. "Wen nennst Du hier einen Deserteur? Verpisst sich nach Fahl einfach ins Lazarett!" Während sich so zwischen den beiden ein verbales und körperliches Hin- und Herschubsen entwickelt, sieht Eric sprachlos zu. Als Albert Lunte dann als Klaue beschimpft und Lunte als Antwort versucht sich die Armbrust vom Rücken zu Fummeln, will er dann doch eingreifen, muss aber schnell wieder einen Schritt zurück machen, damit er nicht vom Seesack erwischt wird, den Albert schwungvoll Lunte ins Gesicht schleudert.
So bleibt dem Spieß nichts anderes übrig als zuzusehen, wie sich zwei Aushängeschilder der Malazanischen Marineinfanterie von ihrer besten Seite zeigen und sich von einem Ende des Piers zum anderen prügeln.
Das Ganze endet schließlich damit, das Lunte auf dem Bauch liegt, mit hochrotem Kopf und hervorquellenden Augen. Verzweifelt versucht er den Riemen seiner Umhängetasche zu greifen, den Albert ihm um den Hals gewickelt hat. Der wiederum versucht nach Leibeskräften und mit ebenso rotem Kopf, den Riemen noch fester zu ziehen. "Ich... hab... noch... einen...", krächzt Lunte kaum hörbar. Albert stutzt, lässt aber nicht locker. "Was?" "Hab... einen..." "Was?!" Alberts Tonlage klingt etwas unsicher. "Tasche!", presst Lunte hervor und versucht auf sie zu zeigen. Albert nimmt erst in diesem Moment wahr, was er da in der Hand hält.
In diesem Moment wechselt Alberts Gesichtsfarbe von rot zu weiß. Vorsichtig und fast ehrfürchtig, legt er die Tasche neben Lunte ab und krabbelt von ihm herunter. "Darf ich ihn sehen", fragt Albert mit großen, leuchtenden Augen. Lunte hat sich aufgesetzt und hält seine Tasche etwas trotzig umklammert. Dann beginnt er genauso dämlich wie Albert zu grinsen.
Ein paar Schritt entfernt sieht Eric zu, wie Lunte eine runde Tonkugel aus der Tasche zieht. Noch nie hat er einen Knaller in Aktion erlebt, aber schon viel davon gehört. Und darum ist es kaum verwunderlich, dass sein Blick verzweifelt nach Deckung sucht. Derweil streichelt Albert sie zärtlich und Lunte packt sie wieder ein. Beide stehen auf, klopfen sich den Staub aus den Klamotten, mustern sich kurz abschätzend und fallen sich dann johlend und auf den Rücken klopfend in die Arme. Die Arme um die Schultern gelegt und Seite an Seite gehen beide plappernd an Eric vorbei, der ihnen noch sprachloser und kopfschüttelnd hinterher schaut. Er nimmt seinen Seesack auf und geht ebenfalls die Gangway hoch. Dort steht Castus an der Reling und fragt, auf die beiden zeigend: "Spieß, was war das?" Eric winkt nur ab: "Sappeure."
Es ist schon Nacht, als die Galeere auf hoher See Kurs nach Norador nimmt. Alles schläft schon. Nur zwei Stimmen hört man noch lallend von Dirnen aus Unta und von einem irren Kaiser singen.
Am höchsten Ausguck ist eine Wetterfahne aus Blech befestigt. Sie sieht fast aus wie ein kleiner Dämon. Und der Wind dreht sie mal hierhin, mal dorthin. Und schlecht geölt quietschend stimmt sie in den Gesang mit ein.

[Hier endet die Geschichte dieser schicksalhaften Begegnung und bedarf keiner weiteren Kommentierung. Sappeure... ]
Keiler die hard!

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